Schönheit

Der eine Traum also, nun vor mir schwebend, ist er doch vor einer Weile bereits von mir geträumt. Und nun gesellt sich zu ihm eine Frage, ebenso vor mir schwebend in dem Raum, in den hinein ich nun gerade laufe: Was wäre, wäre ein jeder von mir jemals geträumte Traum, so wie der der letzten Nacht über Zeit und Raum hinweg erinnerbar? Was wäre, würde in einem von mir zu bereitenden mentalen Raum ein Traum eintreten können, den ich vor Jahren einmal geträumt habe? Ohne dabei in irgendeiner Weise verblasst zu sein? Was wäre, könnte ich diesen Vorrat, dieses Reservoir an Träumen beliebig hier hinein projizieren in diesen mentalen Raum? Zudem: Was wäre, könnte ich in diese Vielzahl an Träumen eingreifen und sie verändern, sie umschreiben, sie neu gestalten, in Schönheit?

Und darum laufe!

Heimlich

Im Dunkel der Nacht, im Lichte meiner Heimlichkeit hebe ich meinen Kopf, strecke meinen Rücken und richte mich auf. Meine Nasenlöcher weisen voraus, mein Brustkorb ist angehoben. Ich laufe so, als wollte ich mir imponieren. Ich biete mir selbst einen Anblick, der größer ist, als ich es bin. Ich fülle meinen Brustkorb bis zum Äußersten und spanne meine Arme weit auf, als wollte ich fliegen. Ich bin ein Gladiator meiner selbst, laufe in hohen Sprüngen, federnd, fliegend geradezu. Ich imponiere nur mir, mir selbst, niemand anderem. Ich bin in diesem Moment der Held, der zu sein mir vorstellbar ist. Und ich bin es so sehr, dass aus dieser Vorstellung heraus die Kraft in meine Körperlichkeit hinein projiziert ist. Und darin wird sie wahr.

Und darum laufe!