Annahme

Nun stelle dir vor, dies alles, in allen seinen Ausformungen, in Wandel, Blüte und Vergehen, es sei erschaffen – nur für dich. Es sei erschaffen für deine von dir selbst zu realisierende Veränderung. Für deine Entwicklung, dein Wachstum. Wachstum an der Sache, an dem, was ist. Mag es auch als schmerzhaft empfunden sein, das Leben – diese Vorstellung ist trotz Allem möglich. Keine Zufälligkeit darin, kein Umweg, alles voll Sinn und darin folgerichtig. Der Kleiber im grauen Kleid, der sich nah mir zeigt mit orangener Brust, kopfüber am Stamm. Der Graureiher im Bache, mit orangenem Schabel, in gespannter Konzentration. Ein Meister des Lauerns, unbeirrt von meiner Erscheinung. Wenn dies alles also nur für mich erschaffen ist, und noch viel mehr, weit darüber hinaus, nur für mich – wie sollte ich es aushalten können, ohne die Annahme meiner selbst? Wert und Unwert von dem was ist, von Allem, entstünde in meiner Haltung mir selbst gegenüber. Das Eine ist, dass ohne eine tiefe Selbstliebe dies zu ertragen unmöglich ist. Das Andere ist, dass diese Vorstellung zu erheben, den Moment der tiefen Selbstannahme und -Liebe erschaffen muß. Darin verbirgt sich dieser Vorstellung tieferer Wert. Die Annahme von dem was ist. Sie ist der Anfang eines Weges. Wer weiß, wohin er führt?

Und darum laufe!