Zugleich

Wenn Du läufst, kann es sein, dass Du nach dem Moment der Einheit suchst. Oder Du wartest auf eine Erkenntnis. Vielleicht erhoffst Du Dir Erhabenheit, die Erfrischung des Geistes oder die Erleuchtung. Die Erleuchtung soll sich einstellen. Dort hinter dem nächsten Ast, hinter der Biegung des Weges, in dem Anstieg den Berg hinauf. In der Tierbegegnung der Nacht, in dem Schrei der Eule, dem Schatten des Wolfes auf der Wegkreuzung. Doch dort ist sie nicht. Sie hat schon längst begonnen. Viel früher schon. Sie erscheint mit dem Entschluss Ich werde laufen. Im Ankleiden bereits bist Du mittendrin. Doch auch davor schon war die Erleuchtung am Werk. Die Erleuchtung nimmt ihren Anfang mit dem ersten Atemzug des blutverschmierten Kindes und sie endet mit dem letzten tiefen Ausatmen der Substanz. Mehr noch: weit davor und weit danach liegt der Anfang ihres Wirkens. Das Leben, ein einziger währender Höhepunkt. Es ist eine Spanne an Zeit und der Moment zugleich. Von hier betrachtet, integrierst Du alles, Dein ganzes Leben. jedes Missgeschick, jedes noch so große Hindernis. Freud und Leid, Scheitern und Erfolg.

Und darum laufe!

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Das Rauschen des Baches

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Das Rauschen des Baches, das Plätschern und das Stürzen des Wassers über einen gelösten Fels, einen darin verkeilten Baumstamm. Ich verweile und verstehe, an diesem Ort rauscht der Bach zu jeder Zeit. Sein Rauschen begleitet den Tag und die Nacht, denn es ist ohne Ende, solang der Bach Wasser führt. Und so wie es ohne Anfang ist, erkenne ich diesen Ort als einen mit der Quelle und dem Meer verbundenen. Und ganz sicher ist die Verbindung eine noch darüber hinaus reichende. In ihr ist alles eins: Quelle, Bach, Ozean und noch viel mehr. Das alles erzählt dieses Rauschen hier an diesem Ort. Mal in drängender Kraft, mal sanft und leise.

Und darum laufe!