Zu Lauschen

Zu Lauschen – eine Stunde an dem rauschenden Wasser des Baches, an der Kaskade, es mich wandelt, meinen Atem, die Körpertemperatur, den Klang in meinem Ohr, wie abgestreift. Wie ein Gewand, welches hinabsinkt, um im Wasser sich aufzulösen. Zu Lauschen – eine weitere Stunde an dem rauschenden Wasser, der Kaskade, es mich wandelt, mein Selbst bewegt, es flüssig und weich werden lässt, darin stark und strömend um jedes Hindernis herum, unfassbar und rein. Zu Lauschen – eine dritte Stunde an dem rauschenden Wasser des Baches, an der Kaskade, es mich wandelt, so wie jede Beziehung, zu einem anderen Menschen sich nun wandelt, als würde der Bach auf diesen Menschen zuströmen, von hieraus. Zu Lauschen – eine vierte Stunde an dem rauschenden Wasser des Baches, an der Kaskade, es den Bach selbst nun wandelt, der Bach von hieran ein völlig anderer ist, beseelt von mir mit Worten, Bitten und Gefühl. Zu lauschen – eine fünfte Stunde an dem rauschenden Wasser des Baches, an der Kaskade, es mich vereint mit dem Bach und keine Sicht mehr auf die Sache es geben kann, weil die Sache es ist, weil ich es bin.

Und darum laufe!

Geborgenheit

Eben noch war ich gehalten in der mich umgebenden Vielfalt. In dem Dunst des Morgens, dem Klang und seinem Sinn. In dem Gefühl, dass ein jedes Blatt an seinem Ort. Dass ein von mir Wahrzunehmendes Ausdruck einer Harmonie sei – Geborgenheit darin. Nun ich es bin, dem aufgetragen ist, zu sorgen für das Blatt, für den Dunst und auch den Klang. Der Sinn, er sei in mir zuerst erschaffen, um nun hinauszuströmen in das Wasser, die Kaskade, der Kaskade Rauschen, in den aufsteigenden Dunst, den Morgen überhaupt.

Und darum laufe!