Gezwungen

Dort, wo es keinen Raum mehr gibt, in den hinein ich mich verströmen kann, wo es keine Möglichkeit, keinen Weg mehr gibt, dort transzendiere ich mich selbst. Es ist das stehende Gewässer, dessen Niveau sich völlig dem Terrain angeglichen hat. Nun also erkenne ich: Es war schon immer so, ich war nur noch nicht bereit das anzusehen und es anzunehmen. Ich versickere also und zugleich verdunste ich, sodass nur noch an des Gewässers Rand Spuren verbleiben, die von dem vergangenen Niveau zeugen und von der Unreinheit des Wassers. Ringe um das Spiegelnde der Oberfläche herum gelegt, die sich in dem Absinken und dem gleichzeitigen Aufsteigen kristallisieren. Ringe, die die Zeitspanne der Auflösung dokumentieren. Spuren von dem, was in Ihrem Zentrum einmal war, dem Meer welches mich bezeichnet. Spuren nur. Dies mag traurig erscheinen und doch ist es der Weg: Sich zu ergießen in aller Kraft, sich zu sammeln in der vorherbestimmten Form, der Landschaft der Seele und sich zu transzendieren, zu versickern und zu verdunsten. Welch Schönheit darin.

Und darum laufe!

Und so weiter

Ein Lauf hinein in das Tal der Bedürftigkeit. In ihm steht wie ein Nebel, die von mir zu atmende Not. Ich laufe hindurch durch das Gift der Bedürftigkeit. Ich atme ein und wieder aus. Rührung erwartet mich am anderen Ende des Tales. Erschöpfte, erschöpfende Rührung, tief und ergeben. Eine sich nieder legende Erschöpfung, doch eine Niederlage ist sie nicht. Ein Ruhepunkt eher, von dem aus ich dann wieder weiter gehe in die nun folgende Bedürftigkeit. Hinab in das nächste Tal. Und dann in das darauf folgende. Und dann in das wiederum folgende. Und so weiter.

Und darum laufe!