Die freie Wahl

Einer, der dahinschied in Äußerung eines für ihn üblichen Fluches.

Ein Anderer, der dahinschied in Äußerung der für ihn üblichen Klage.

Ein Weiterer, der dahinschied in Äußerung der für ihn üblichen Ironie.

Ein Nächster, der dahinschied in Äußerung des für ihn üblichen Humors.

Ein wiederum Weiterer, der dahinschied in Äußerung der für ihn üblichen Sanftheit.

Ein Darauffolgender, der dahinschied in Äußerung der für ihn üblichen Ergebenheit.

Ein Letzter, der dahinschied in Äußerung eines für ihn üblichen liebevollen Blickes.

Und darum laufe!

Der Wald

Ich laufe durch den Wald … und so wie ich es jetzt schreibe, habe ich es bereits hundert Mal geschrieben. Dabei wird mir der Begriff Wald immer fraglicher. Er ist eine Konstruktion, eine Vorstellung nur. Es ist eine Vereinbarung, dass wir Wald schreiben, wenn wir etwas meinen, von dem wir glauben, es würde ungefähr so verstanden, wie wir es meinen. Ich schaue genau hin und sehen einen Baum, einen weiteren. Ich sehe einen Mistkäfer, einen Abendsegler. Ich sehe Farne, Wasser in Pfützen, die feucht dampfenden Schwaden, die in den Bäumen festhängen. Ich bemerke, dass meine Erfahrungen an und mit dem Wald sich wandeln. Der Ort, im Grunde alles an ihm bleibt unfassbar und doch verwende ich diesen Begriff. Alle anderen Begriffe werden über diesen Gedanken hinaus ebenso fraglich. Entscheidend ist für mich dabei im Grunde nur, dass aus der gewandelten Erfahrung, der neuen Erfahrung mit dem Wald, die Befragung des Begriffes entsteht. Neu sehen, Neues versuchen, es kann ein Vorsatz sein. Er kann heiter betrieben sein, freudig und voll Liebe. Nichts ist fest, alles ist beweglich und weich.

Und darum laufe!