Von dem Gebrauch eines Ortes

So fremd mir die Formulierung erscheint, es schließt sich ein Gedanke an: Etwas kann durch den Gebrauch veredelt sein. Etwas kann durch den Aufenthalt eines Läufers, an Schönheit gewinnen. An Reinheit und Harmonie. Von diesem Geist erfüllt, könnte dieser Wald, auch für andere spürbar, zu einem aus sich selbst heraus strahlenden Ort werden oder zurückfinden zu der aus sich selbst heraus strahlenden Kraft, die dieser Ort einmal besaß. Hierin vertieft, in diese Gedankenwelt, stolpere ich über eine leere Flasche, die hier zurückgelassen wurde. Ich tue, woran ich schon öfter gedacht habe, bücke mich, hebe die Flasche auf und laufe weiter. Zuerst geht es darum, den Müll herauszutragen aus dem Wald. Ganz einfach. Ein Fetzen Papier, eine Tabakverpackung, eine alte Schuhsohle, schnell ist meine Hand gefüllt. Und so laufe ich mit dem Müll in der linken Hand und trage ihn hinaus zu dem nächsten Mülleimer auf meinem Weg. Ein erhebendes Gefühl erfüllt mich. Von nun an mag sie sich füllen auf jedem Lauf, die linke Hand.

Und darum laufe!

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Der heilige Ort

Ich gelange an einen besonderen Ort. Ich kann nicht benennen, was diesen Ort von anderen Orten abhebt. Doch ich kann mit Bestimmtheit sagen, dass dieser Ort auf mich besonders anziehend wirkt. Ich bleibe stehen und verweile einen Augenblick. Ich vollziehe eine Geste mit einer Hand oder beiden als Ausdruck der Würdigung von dem, was ich wahrnehmen, jedoch nicht benennen kann. Ich kann mir vorstellen, einmal an diesen Ort zurückzukehren, um genau dem zu begegnen, was ich wahrnehmen, jedoch nicht benennen kann. An diesem Ort ist der Zugang zu dem Unbenennbaren möglich. Es kräftigt mich. Vielleicht bemerken andere Menschen Ähnliches an diesem Ort. Ich sehe an den Spuren, dass auch andere Menschen diesen Ort besuchen. Der Pfad weitet sich hier. Spuren sind auf den bemosten Wurzeln der rahmenden Bäume zu sehen. Ich versuche mich so behutsam wie möglich zu verhalten. Kein Zeichen meiner Anwesenheit soll den Ort belasten. Kein Stein auf dem anderen, kein Altar, kein Zeichen soll hier verbleiben. Der Ort gehört sich selbst, er braucht keinen Eingriff von mir, von irgendjemandem. Im mir errichte ich einen Form- und gestaltlosen Altar aus reiner Energie. Und trage ihn mit mir fort. Das genügt.

Und darum laufe!