Dürre

Die Dürre, trockenes Laub, zerpulvert von Füßen. Bäume, brüchig und fest. Eicheln und Nüsse auf dem Weg so dicht, dass ein Ausweichen nicht möglich ist. Sie knacken und springen umher. Das Bachbett zeigt sich wie nie zuvor. Steinreihen, Barrieren, kleine Tümpel, völlig trockene Sandflächen, ein Rinnsal darin, mehr nicht. Das abwesende Wasser fragt: Welcher Art Wasser bist Du? Das Stehende, in Tümpeln sich opfernde. Der Rinnsal, der im Sand versiegt? Welcher Art Wasser bist Du? Das sich in Tagen der Hitze Verringernde, das langsam Verdunstende, das Abgestandene, das Stehende. Das, welches ausharrt, erduldet, erträgt. Oder aber bist Du das Entflohene, Fortgeströmte, Entwichene, das zurückließ ohne Versprechen auf eine Rückkehr, noch Verbundenheit?

Und darum laufe!

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Apollonia

Nach langem Lauf setze ich mich, um auszuruhen. Eine Quelle entspringt an diesem Ort. Ich trinke von ihr und hole Atem. Das stete Plätschern des frischen Wassers, es ist ungeschöpft, bis auf diese zwei Handvoll, die ich zu mir nehme. Und so verfolge ich den Lauf des Wassers, die in der Luft bewegte Form, die sich stet wandelt, doch nie aus ihrem Rahmen springt. Mit einem Male bemerke ich eine zarte Blume. Ein Schneeglöckchen, grün und weiß. Und es spricht zu mir, das Schneeglöckchen: Hast Du eine Frage an mich? Ich werde sie Dir beantworten. Ich denke nicht darüber nach, was ich fragen könnte, denn eine Frage war in mir, bevor das Schneeglöckchen überhaupt zu sprechen begann: Schneeglöckchen, gibt es einen freien Willen? Hier, anderswo, in diesem Universum, überhaupt? Und das Schneeglöckchen antwortet: Ich bin reiner, freier Wille. Alles an mir ist freier Wille. Es war mein freier Wille, zu sein, zu werden und zu vergehen. In dieser Form, zu dieser Zeit, an diesem Ort. Ich bin sprachlos. Ergriffen, in der Tiefe meiner Seele. Ich drücke meine Dankbarkeit aus: danke! Dann laufe ich weiter.

Und darum laufe!

Der Stein

Der Stein bin ich, der im Bach das Wasser teilt, wo ich glaubte Wasser zu sein, das Strömen selbst, weich und voller Kraft.

Eine jede meiner Entscheidungen, ein Stein nur war, dazugelegt zu einem Feld, im Bette dieses Baches, wo ich glaubte, Wasser zu sein, das Strömen selbst, weich und voller Kraft.

Ohne Stein kein Rauschen. Das ist mein Geschenk an diese Welt.

Und darum laufe!