Die Erzählung

Das Angenehme, das mich umgibt. Das Angenehme, welches mich erfreut, mich nährt, mich erfüllt, es verdeckt den Blick auf das Tor. Auf das Portal, auf den Durchgang. Im Herzen weiß ich, ich suche dieses Portal. Ich suche, was an Herausforderungen hinter dem Portal wartet. Mehr als alles andere. Denn ich bin ein Mensch. Und das Angenehme, mich umschmeichelnde, es wird mir fad mit der Zeit. Ich werde träge, bequem und ängstlich. Auch wenn ich es nur erahne, im Moment der größten Gefahr bin ich schlecht vorbereitet, ungeübt, ohne Erfahrung, ohne Erkenntnis. Ich kann dem Drachen, der sich mir entgegenstellt, keine Geschichte erzählen. Ich habe keine Geschichte erlebt, die des Erzählens würdig wäre. Das wird mich in der Begegnung mit dem Drachen schwächen. Genau das ahne ich bereits heute, umgeben von dem Angenehmen, im Genuss von Annehmlichkeiten, umsorgt, umschmeichelt und geborgen. Der Drache wittert meine Angst, er spürt darüber hinaus, wie groß meine Kraft ist. Ihm eine Geschichte erzählen zu können wäre eine Option. Die Geschichte würde ihn innehalten lassen, vielleicht sogar verunsichern. Im Erzählen bin ich aktiv. Ich spinne die Fäden, ich halte sie in der Hand. Ich entwickle den Handlungsstrang meiner Erzählung. Er wird verstehen: Das ist kein Opfer. Er wird erkennen, dass er achtsam mir begegnen muss. Wir sind einander ebenbürtig. Das Gespräch führen wir auf Augenhöhe. Mehr kann ich in dieser Situation nicht erwarten. Das Wesen der Angst ist also, in dem Gespräch mit dem Drachen, nichts anbieten zu können. Es ist die Angst, ängstlich zu sein. Ich überliste den Drachen nicht, auch wenn ich es könnte. Die Reichtümer sind sein Geschenk an mich.

Und darum laufe!

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Die Wunde

Ist es so, dass Du Deine Zeit damit verbrachtest, den Anschein zu erwecken, es würde Dir gut gehen, so lass es sein. Dort wo Dein Schmerz offenbart ist, ist der Schmerz gelindert. Nur die Offenbarung, das Zeigen der Wunde ist in der Lage Deinen Schmerz zu lindern. Zeige Dich Gerade denen, vor denen Du Dich in Scham verbirgst. Die, welche Du fürchtest, die Dich verurteilen, ihnen zeige Deine Wunde.

Und darum laufe!

Laufmeditation

Wir können gemeinsam laufen und dabei meditieren. Du wirst etwas sehen vor Deinem inneren Auge. Das sind Deine Bilder, von Dir erschaffen. Ich kann Deine Bilder nicht sehen. Vielleicht gibt es Menschen, die das können. Ich kann spüren, was Dir Deine Bilder bedeuten, wenn Du mir von ihnen erzählst. Im Moment Deiner Erzählung kann ich spüren, was an Deinen Bildern wahrhaftig ist, wenn Du es mir erlaubst. Das kann ich Dir dann bestätigen, mehr nicht. Du hast in allem die frei Wahl. Du bist der Schöpfer und kannst entscheiden, ob Du Deine Schöpfung annehmen möchtest. Die Bilder können Dir helfen eine Entscheidung zu treffen.

Träume und Bilder, die Du vor Deinem inneren Auge siehst, können vieles sein. Deshalb ist es ratsam, ihnen gegenüber aufmerksam zu sein und sie zu prüfen. Immer wieder. Sie können Wünsche sein – Du malst Dir aus, was Du begehrst. Sie können Symbole sein – Du erschaffst Zeichen, die Dir über die Deutung eine Lösung für eine Frage anbieten. Sie können Visionen sein – Du siehst Ereignisse der Vergangenheit oder der Zukunft. Hierin liegt eine große Verantwortung. Sie können Botschaften sein – Du empfängst Hinweise der geistigen Welt. Sei dankbar hierfür, erweise Dich würdig, das genügt.

Sie können aber auch ein Spiel sein, ohne Sinn. Bedeutungslos. Auch Schreckensbilder, die Dich verunsichern, Dich hinabziehen. Diese Bilder lass einfach fallen. Lass sie los, lass sie sein. Miss ihnen nicht zu viel Bedeutung bei. Sei dankbar dafür, geängstigt zu sein, dankbar, dass diese Bilder Dich daran erinnern, dass es die Angst gibt. Erweise Dich als Meister, indem Du diesen Bildern keine Macht über Dich gewährst. Du kannst mit ihnen arbeiten und sie wandeln. Du kannst sie steuern, auch während Du schlafst. Es erfordert Aufmerksamkeit und zuvor Disziplin. Das ist schon alles. Im Wachzustand den eigenen Gedanken gegenüber souverän zu sein bedeutet, auch hier in Träumen und Visionen die eigene Souveränität wahren zu können. Oder aber sie aushalten und ihnen die Chance geben ihr wahres Gesicht zu zeigen. Sei aufmerksam und entscheide die dunklen Bilder zu wandeln in lichtere, schönere Bilder der Herrlichkeit.

Und darum laufe!