Der Nebel

Mein blicken auf mich, auf mein Sein, ist stets vernebelt. Völlige Klarheit von mir  kann ich nicht haben.Das ist konstruktiv bedingt. Es ist uns so gegeben. Daran entwickeln wir unser Leben. Den Nebel zu lichten, ist die Aufgabe eines Lebens. Und nun sehe ich ein Loch in den Wolken. Dort unten erkenne ich eine Landschaft. Ich sehe eine Küstenlinie, ein Meer, auf dessen Oberfläche sich die Sonnenstrahlen brechen und ein Glitzern zurückwerfen. Schon ist die Wolkendecke wieder geschlossen und ich weiß nicht, wie lang ich überhaupt sah. Ich weiß nicht, was an gesehenem ich mit dem inneren Auge schaute. Ich weiß nicht, was ich an äußerem Sehen erinnere und was ich an innerem Sehen fortsetze. Doch das zu wissen ist nicht wichtig. Die Landschaft, das Meer, das Glitzern, das bin ich.

Und darum laufe!

Der Blick

Bin ich verwurzelt im Hier-und-Jetzt, bis hierher meiner Aufgabe gefolgt, so ist der Blick in den aus sich selbst heraus leuchtenden Spiegel keine Gefahr. Ich sehe mich selbst. Ich bin es, von mir beleuchtet. Ich sehe Übereinstimmung. Dort und hier. Ich werde der Göttlichkeit in mir gewahr.

Und darum laufe!

Die Wunde

Ist es so, dass Du Deine Zeit damit verbrachtest, den Anschein zu erwecken, es würde Dir gut gehen, so lass es sein. Dort wo Dein Schmerz offenbart ist, ist der Schmerz gelindert. Nur die Offenbarung, das Zeigen der Wunde ist in der Lage Deinen Schmerz zu lindern. Zeige Dich Gerade denen, vor denen Du Dich in Scham verbirgst. Die, welche Du fürchtest, die Dich verurteilen, ihnen zeige Deine Wunde.

Und darum laufe!

Laufmeditation

Wir können gemeinsam laufen und dabei meditieren. Du wirst etwas sehen vor Deinem inneren Auge. Das sind Deine Bilder, von Dir erschaffen. Ich kann Deine Bilder nicht sehen. Vielleicht gibt es Menschen, die das können. Ich kann spüren, was Dir Deine Bilder bedeuten, wenn Du mir von ihnen erzählst. Im Moment Deiner Erzählung kann ich spüren, was an Deinen Bildern wahrhaftig ist, wenn Du es mir erlaubst. Das kann ich Dir dann bestätigen, mehr nicht. Du hast in allem die freie Wahl. Du bist der Schöpfer und kannst entscheiden, ob Du Deine Schöpfung annehmen möchtest. Die Bilder können Dir helfen eine Entscheidung zu treffen.

Träume und Bilder, die Du vor Deinem inneren Auge siehst, können vieles sein. Deshalb ist es ratsam, ihnen gegenüber aufmerksam zu sein und sie zu prüfen. Immer wieder. Sie können Wünsche sein – Du malst Dir aus, was Du begehrst. Sie können Symbole sein – Du erschaffst Zeichen, die Dir über die Deutung eine Lösung für eine Frage anbieten. Sie können Visionen sein – Du siehst Ereignisse der Vergangenheit oder der Zukunft. Hierin liegt eine große Verantwortung. Sie können Botschaften sein – Du empfängst Hinweise der geistigen Welt. Sei dankbar hierfür, erweise Dich würdig, das genügt.

Sie können aber auch ein Spiel sein, ohne Sinn. Bedeutungslos. Auch Schreckensbilder, die Dich verunsichern, Dich hinabziehen. Diese Bilder lass einfach fallen. Lass sie los, lass sie sein. Miss ihnen nicht zu viel Bedeutung bei. Sei dankbar dafür, geängstigt zu sein, dankbar, dass diese Bilder Dich daran erinnern, dass es die Angst gibt. Erweise Dich als Meister, indem Du diesen Bildern keine Macht über Dich gewährst. Du kannst mit ihnen arbeiten und sie wandeln. Du kannst sie steuern, auch während Du schläfst. Es erfordert Aufmerksamkeit und zuvor Disziplin. Das ist schon alles. Im Wachzustand den eigenen Gedanken gegenüber souverän zu sein bedeutet, auch hier in Träumen und Visionen die eigene Souveränität wahren zu können. Oder aber sie aushalten und ihnen die Chance geben ihr wahres Gesicht zu zeigen. Sei aufmerksam und entscheide die dunklen Bilder zu wandeln in lichtere, schönere Bilder der Herrlichkeit.

Und darum laufe!

Das Ziel

Was wäre, würden wir alles erreichen, wirklich alles verwirklichen, sodass nichts mehr uns wäre, was eines Strebens würdig wäre? Von dort ist das Leben zu denken, wenn an ihm etwas gelingen soll. Nicht das Ziel vor Augen, das Ziel in uns bereits jetzt zu verwirklichen, darum es geht. Jetzt ist alles schon erreicht, denn in mir ich es in diesem Moment verwirkliche. Mit einem Male sich der Raum der Freiheit auftut. Ich kann ihn mit dem füllen, was mir bestimmt ist, zu sein: Mitgefühl, Anwesenheit, Stille, Freude, Liebe. Das ist wesentlich. Die illusionäre Form des mich umgebenden hingegen kann sein, wie sie mag, es ist ganz gleich, sie ist unwesentlich. Von dort, wo wir das Ziel vermuten etwas uns zieht. Doch hiervon sich nicht abhängig zu machen, ist die Aufgabe. Nicht rasend zu werden, ist gut.

Und darum laufe!

Zu Singen

Du kannst es heraus singen, nachdem Du es innerlich versucht hast. Ich—bin—dank—bar. Zu Laufen und zu Singen widersprechen einander nicht. Die Schwingung der Melodie geht durch jede Zelle Deines Körpers. Niemand hört Dir zu. Hab keine Scham. Singe laut, lauter noch und das über einen Zeitraum hinweg. Eine Stunde vielleicht. Ich kann laufen, zugleich singen. Zudem ist mein Geist völlig frei, beweglich. Wie wunderbar! Die einfache Melodie singt sich wie von selbst. Wenn ich selbst sie bin. So geht es immer weiter, bis mein Geist wieder Raum hat für die unter diesem Einfluß der Dankbarkeit stehenden Gedanken. Das sind schöne Gedanken. Dieser selbstlose Gesang wird natürlich gehört. Er schwingt hinauf und hinab in die Erde und den Himmel über Dir. Scham zu singen solltest Du vor diesen Dimensionen nicht haben, sind sie doch ohnehin informiert über jede Schwingung, der Du Dich hingibst, hingegeben hast, hingeben wirst.

Und darum laufe!