Apollonia

Nach langem Lauf setze ich mich, um auszuruhen. Eine Quelle entspringt an diesem Ort. Ich trinke von ihr und hole Atem. Das stete Plätschern des frischen Wassers, es ist ungeschöpft, bis auf diese zwei Handvoll, die ich zu mir nehme. Und so verfolge ich den Lauf des Wassers, die in der Luft bewegte Form, die sich stet wandelt, doch nie aus ihrem Rahmen springt. Mit einem Male bemerke ich eine zarte Blume. Ein Schneeglöckchen, grün und weiß. Und es spricht zu mir, das Schneeglöckchen: Hast Du eine Frage an mich? Ich werde sie Dir beantworten. Ich denke nicht darüber nach, was ich fragen könnte, denn eine Frage war in mir, bevor das Schneeglöckchen überhaupt zu sprechen begann: Schneeglöckchen, gibt es einen freien Willen? Hier, anderswo, in diesem Universum, überhaupt? Und das Schneeglöckchen antwortet: Ich bin reiner, freier Wille. Alles an mir ist freier Wille. Es war mein freier Wille, zu sein, zu werden und zu vergehen. In dieser Form, zu dieser Zeit, an diesem Ort. Ich bin sprachlos. Ergriffen, in der Tiefe meiner Seele. Ich drücke meine Dankbarkeit aus: danke! Dann laufe ich weiter.

Und darum laufe!

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Freiheit

Kann es einen Einbruch in die Freiheit geben? Ja, ganz sicher! Und es gibt Menschen, denen gelingt, zur Freiheit vorzudringen. Sie bringen den Mut auf, sich der Herausforderung zu stellen. Sie ist innerlich. Zuerst.

Und darum laufe!

Das Ziel

Was wäre, würden wir alles erreichen, wirklich alles verwirklichen, sodass nichts mehr uns wäre, was eines Strebens würdig wäre? Von dort ist das Leben zu denken, wenn an ihm etwas gelingen soll. Nicht das Ziel vor Augen, das Ziel in uns bereits jetzt zu verwirklichen, darum es geht. Jetzt ist alles schon erreicht, denn in mir ich es in diesem Moment verwirkliche. Mit einem Male sich der Raum der Freiheit auftut. Ich kann ihn mit dem füllen, was mir bestimmt ist, zu sein: Mitgefühl, Anwesenheit, Stille, Freude, Liebe. Das ist wesentlich. Die illusionäre Form des mich umgebenden hingegen kann sein, wie sie mag, es ist ganz gleich, sie ist unwesentlich. Von dort, wo wir das Ziel vermuten etwas uns zieht. Doch hiervon sich nicht abhängig zu machen, ist die Aufgabe. Nicht rasend zu werden, ist gut.

Und darum laufe!