Möchte sein Wasser, umgeben von Wasser. Doch vielleicht bin ich nur Sand, auf den dieses Meer anbrandet, ohne Unterlass. Doch Immerhin.
Und darum laufe!
Möchte sein Wasser, umgeben von Wasser. Doch vielleicht bin ich nur Sand, auf den dieses Meer anbrandet, ohne Unterlass. Doch Immerhin.
Und darum laufe!
Das zu durchschreitende Tal, der zu durchlaufende Weg, und so viele es sind, in ihren lichten und auch ängstigenden Qualitäten. Die Kontraste verdeutlichen mir, wie tief ich sinken kann, wie hoch hinauf meine Seele reichen kann. Schöne Wege, beschwerliche, Wüsten und sorglose Paradiese. Fruchtbare Täler und fruchtbringende Ausgesetztheiten. Das sind die Wege und ich bin ein – in dem Laufen auf diesen Wegen – erfahrener Mensch. Erfahren so sehr, dass ich suchen nach ihren Extremen strebe und dankbar bin, das lustvolle Erkunden immer noch betreiben zu dürfen. Und so laufe ich, um nun das Bild gewandelt zu bekommen. Das gewandelte Bild zeigt eine Loslösung meiner selbst von Vorstellungen und von verfestigten Glaubenssätzen. Es erweicht mich, mein Herz, und es zeigt Möglichkeiten, in denen zu sein ich noch nicht wagte. Das neu gewonnene Bild, es ist: Das zu durchschreitende Selbst, das zu durchlaufende Wesen, und so viele es sind, in ihren lichten und auch ängstigenden Qualitäten. Die Kontraste verdeutlichen mir, wie tief ich sinken kann, wie hoch hinauf meine Seele reichen kann. Die schönen Wesen, beschwerte, in Wüsten verlorene und in sorglosen Paradiesen geborgene. Wesen, die durch fruchtbare Täler wandeln und in der Ausgesetztheit erkennen. Das sind die Selbste und ich bin ein – in dem druchlaufen dieser Selbste – erfahrener Mensch. So sehr, dass ich suchend nach ihren Extremen strebe und dankbar bin für die Möglichkeit, das lichtvolle Erkunden immer noch betreiben zu dürfen.
Und darum laufe!
Der Herbst als die Zeit der Spinnen, die ihre Netze aufspannen. Fäden silbrig in den Raum hineingewoben und ich lasse mir sagen, es gäbe 700 Trilliarden von Sonnensystemen, die wie das unsere, Planeten in sich bergen. In mir erhebt sich die Vorstellung von einer unfassbar großen Anzahl an Planeten. Eine Vorstellung die beunruhigen kann oder ebenso ein großes Vertrauen hervorrufen kann. In der Unfassbarkeit sich geborgen oder eben verloren zu fühlen, sind gleichberechtigte Möglichkeiten. Ich entscheide mich für eine dieser Möglichkeiten und stehe mit jedem Tag erneut vor dieser Entscheidung. Ganz sicher, das Licht, so wie es die silbrigen Fäden in der Reflexion sichtbar werden lässt, die Netze als feine, filigrane vom Wind bewegte Gebilde erscheinen lässt, es muss sich hier an diesem Ort genauso verhalten, wie an jedem der möglichen, der von mit imaginierten Orte dort draussen in der unerreichbaren Ferne. Von dem Licht geht alles aus und dieses Licht muss sich in diesen vielleicht 700 Trillionen von Sonnensystemen ebenso verhalten, wie es dies hier tut. Das Licht, es ist das Absolute. Sieh hin, es ist in Allem!
Und darum laufe!
Auch wenn der Wunsch ihn zu verlassen wie ein feiner Ton immer mitschwingt, auf ihm sind vielleicht Erfolge errungen, Erkenntnisse gewonnen und die Gesundheit war wiedererlangt. Der vertraute Weg trägt ein Leben, drückt es aus, ist dieses Lebens Entsprechung. Der Weg, er ist im Tanze vermählt mit der Seele des Laufenden. So sehr Eins, und doch dieser Ton. Und nun also die Entscheidung, den Weg zu verlassen. Das Neue ruft. Der Ton war aus dem Geahnten, dem Unbewussten herausgetreten und zu dem Unüberhörbaren geworden. Und der erste Schritt auf dem neuen Weg ist getan. Tränenreich, voller Schmerzen. Dornig und auch Nesseln brennen an den Beinen. Und aus dem neuen, vielleicht steinigeren Weg, aus dem Pfad wird nun über die Gewöhnung ein neuer Weg. Was an Gefühlen gelingt mir hier auszudrücken? Was an Erkenntnissen ist hier zu gewinnen? Nur wenn ich Zugang erhalte zu dem Unausgedrückten, dem Unerhörten in mir, ist dieser Weg keine Kopie des zuvor beschrittenen. Nur das Neue ist das Neue. Das Neue ist immer auch mit der Mühsal verbunden und darin erkenntnisreich. Doch ein neuer Ton sich ganz fein in mir erhebt. Ist dies eine Kopie? Ist mein Weg der einem ineren Muster folgende? Bin ich wirklich in neue Regionen vorgedrungen? Oder sind dies nur mir selbst auferlegte Mühen, die ich benutze, um vor mir selbst auszuweichen? Um zu vermeiden mich mit mir selbst zu konfrontieren? Und Ich sehe dort ein Selbst vor mir. Eine Scheme auf dem Weg, auf die ich zulaufe, Schattenhaft und Licht zugleich. Durch diese Scheme hindurchzutreten, ich gekommen bin. Auf welchem Weg sie vor mir liegt – nur ich kann es wissen, doch niemals bevor ich einen Weg beschritten habe. Doch ich habe eine Ahnung. Nur ich kann erahnen, welche der Schemen auf welchem Weg vor mir liegt. Und wenn es etwas gäbe, welches falsch zu nennen wäre: Es wäre gegen die eigene Ahnung gegenanzulaufen.
Und darum laufe!
Die Überheblichkeit, sie ist die Kraft, die auch das gute schafft, mir den Rücken bricht und aus den gebrochenen Wirbeln das Licht herausscheinen lässt.
Und darum laufe!
Der Fluß kennt keine Zeit. Und ich weiß nicht einmal, was genau er ist – ist er das Wasser, welches strömt, bei Tag und in der Nacht? Ist er das Bett aus Schlamm, Geröll und Gestein, welches vom Wasser geformt das Strömen rahmt? Oder ist er das Gefälle des Terrains, welches die Wassermassen in ihrer Kraft bewegt? Dort ist der eine Regentropfen an der Grenze zwischen diesem und einem anderen Flußsystem. Und dort ist dieser Moment, in dem eine Entscheidung ihn diesem oder dem anderen Flußsystem zuführt. Eine unfassbar große Anzahl an Entscheidungen, die diesen Fluß ausmachen. Und da ist der Bach, der in den Fluß mündet. Der Bach, der ausgetrocknet noch von den Mengen an Wasser kündet, die er einmal führen wird. Auch der Bach kennt keine Zeit, doch in allem wirkt das große Gesetz. Und das Gesetz ist ohne Zeit. Es wirkt, auch wenn kein Mensch mehr kommt, den Fluß zu betrachten, den Bach zu verstehen. Es wirkt auch noch, wenn kein Mensch mehr kommt , von dem Gesetz zu ahnen.
Und darum laufe!
Und ein Mensch, der sich dem Grund annähert, der auf den Grund des ausgetrockneten Baches sich legt, ihm entgegen wird das lebenspendende Wasser strömen. Das Leben strömt ihm entgegen, ihm, der sich erniedrigt. Und ein Mensch, der den Höhen entgegenstrebt, sich im Wettstreit behauptet, von ihm wird das Wasser sich entfernen. Die Einsamkeit ist ihm geschenkt. Das Leben, es strömt fort von ihm.
Und darum laufe!
Quelle ich war, so sehr, und doch: ich bemerkte es nicht. Doch jetzt verstehe ich, wie sehr ich Quelle war, als ich lief, vor Jahren bereits. Wie sehr ich die Quelle war, aus der heraus das lebendige Wasser entsprang. Es nicht wissen konnte, weil zu wissen, ich damals nicht hätte fassen können. Und heute, beides ich weiß: Quelle zu sein und auch schon in Jahren Quelle gewesen zu sein. Und heute ich beides fassen kann. Erkenntnis ist möglich, Veränderung ist möglich, Wachstum ist möglich, .
Und darum laufe!
Einmal, denke ich, gehe ich diesen Tunnel hinauf. Es wird ganz einfach sein, leicht und frei. Und ich erheitere in dieser Vorstellung, nehme ich doch eine unvorstellbar große Anzahl an Tunneln wahr, die ich bereits hinaufgegangen bin. Jeder Moment erscheint mir wie ein Tunnel, mal leicht mal mühsam oder widerwillig beschritten. Auch geängstigt oder zornig. Die Endlichkeit als eine Vorstellung des Moments. Wie heiter, dass der Moment soetwas gebiert wie eine Vorstellung von Endlichkeit.
Und darum laufe!