Das Laufen als eine Art Konstante, an der ich mich mir selbst annähern kann. Verunsicherungen kann ich in ihrer Tiefe in Beziehung setzen zu dieser Konstante und erfahre also, wie weit ich herausgefallen bin aus meiner Routine, wie ich mich also wandele, zurückfalle in alte Muster der Unfreiheit, in Süchte und die Betäubung meiner Selbst. Es ist nicht nur und nicht hauptsächlich eine Konstante in Bezug auf die Zahlen, die Distanzen und Zeiten ausdrücken. Zuerst ist es eine Konstante des Empfindens, des Gefühls. Fühlend zu verstehen, wie ich ehemals fühlte. Auch, dass das Fühlen keiner Alterung unterliegt. Zu fühlen, wie es ist, zu beginnen, sich zu erfreuen daran, wie es ist, aus der Mühsal der Anstrengung herauszugelangen in die Leichtigkeit einer Bewegung. Es ist dieses Gefühl, zu dem ich zurückkehre und es vermittelt mir eine tiefe Geborgenheit. Ich erinnere, als Kind und auch als Jugendlicher noch ungeübt etwas ausgehalten zu haben, die eigene Grenze verschoben zu haben. Ich gelangte damals in ein höheres und zugleich tieferes Vermögen und es ist ganz genau dieses Gefühl, welches mich heute trägt.
Und darum laufe!