Geschenk

Ein kühler Morgen. Licht strömt in mich ein. Ich atme es wieder aus. Über meine Lungen, Luftröhre, Nasenhöhle, Nase und schließlich die Nasenöffnung. Es ist das Licht des Waldes. Feucht, gesättigt, dampfend und schwer. Ich bleibe stehen auf einer Lichtung und neige mich dem Licht entgegen. Mein Gesicht ist kalt. Ich reibe meine Hände, bis sie warm werden und lege die Handinnenflächen auf meine Augen. Jetzt öffne ich meine Augen und blicke in meine Handinnenflächen. In das Dunkel. In die Abgeschirmtheit und darüber hinaus direkt in das Licht der Sonne. In ihren Kern, ihre Ausdehnung, das züngelnde Spiel ihrer Eruptionen, in ihr Wesen. Teilchen des Sonnenwindes beobachte ich, wie sie in mich eindringen. Wellen, die mich umspielen, mich umfassen. Ein Geschenk, so denke ich. Nimm es an!

Und darum laufe!

Die Pflege der Gedanken

Dort, in der Umrundung einer Gruppe von Bäumen, als Marke auf meinem Weg, konnte ich eine große Hitze in den Spitzen meiner Finger spüren. Plötzlich, ganz unvermittelt. Besonders in den Spitzen der Ringfinger. Rechts und links. Ich war tief in Gedanken versunken und dachte in diesem Moment an eine Verbindung mit dem Herzen innerhalb der geistigen Aktivität. Ich dachte an eine Art inneren Faden, der durch mich hindurchginge, leicht und frei, silbrig und durchlässig. Ich dachte, dass denkend dem Menschen die Verbindung mit dem Herzen möglich sei. Die Verbindung mit der Emotionalität, dem Gefühl. Und so nahm ich diese körperliche Reaktion als eine Bestätigung meiner Gedanken. Ein Geschenk. Ich nahm die Empfindung der Hitze zudem als einen Hinweis, die Gedanken zu pflegen.

Und darum laufe!