Geräusch

Etwas in meinen Ohren. Es liegt zwischen einem Klang, einem Rauschen und einem Ton. Ein Ton so hoch, dass ich ihn gerade noch wahrnehmen kann. Ein Rauschen so fein, dass es dem vom Wind bewegten Herbstlaub ähnelt, ein Klang so tief, dass aus allen Zeiten seine Kraft zu erschallen scheint. Ein Geräusch, so kann ich es wohl bezeichnen. Bergend und wohlig zugleich. Eine Erkrankung ist es nicht. Ein Krankheitsbild gibt es nicht. Ich lausche dem Rauschen des Blutes in meinen Ohren. Ich lausche dem Strömen. Ich lausche mir selbst. Ich lausche der Eigenschwingung der Hörorgane. Der Weg steigt an, ich gerate außer Atem und das Geräusch erhebt sich in eine Deutlichkeit hinein. Es begleitet mich, ist mir vertraut. Hier, wo ich mein Herz schneller schlage lasse, ist es stärker. Ich lausche seiner Botschaft. Es ist die Botschaft der Verfeinerung, die der Ausweglosigkeit. Jetzt folgt es mir. Ist immerzu da. Auch im Ruhepuls. Doch nie zu laut. Nie störend. Fein abgestimmt. Als wäre dies des Geräusches Plan, fein abgestimmt zu sein.

Und darum laufe!

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Instrument

Ein Rhythmus auf einer Trommel geschlagen. Zuerst ist der Bereich auf dem Fell zu finden, in dem der Klang rein und tief ist. Der Grundton des Instruments. Dieser Ton, das frei schwingende Fell, mit welchem Finger, in welcher Position ist er geschlagen? Das ist die Forschung in der sich die Magie offenbart, die dem Instrument innewohnt. Es gibt diesen Ton, der mich verzaubert, der mich herauslöst aus Zeit und Raum. Ich forsche und weiß, wenn der Ton gefunden ist. Alles ist in diesem Ton bestätigt: Anschlag, Position, Finger und Stärke. Und dass es richtig ist, erfahre ich durch die Gegenwärtigkeit, in der ich mich befinde. Die Gegenwärtigkeit geht von diesem Ton aus. Ich reise auf diesem Ton in das Reich der Visionen. Es gelingt mir immer wieder und den Nachhall nehme ich mit auf meinen Lauf in den Wald. Der Rhythmus schlägt in mir und ich laufe in dem Rhythmus, ganz einfach und frei. Ich bin das Instrument, in mir das alles.

Und darum laufe!