Die Kraft des Anderen

Ein junger Mann, ein Gruß am Morgen, der offene Blick, sein Lächeln, mein Lächeln dazu und ich bin wie energetisiert von dieser Begegnung. Ich bin getragen von der Kraft seiner Jugend, der Frische seines Wesens. Als stünde er am Anfang einer großen Reise, die ihn zu dem größten führen wird, was uns das Leben gewährt. Zu der Wahrheit. In das wahrhaftige Leben. Sein Blick, seine ganze Erscheinung kündet von der Einzigartigkeit seiner Bestimmung, von der Bedeutung seiner Aufgabe, von der Hoffnung, der Erwartung und dem Mut. Sein Blick kündet von dem Aufbruch, dem Scheitern, der Rückkehr und der Erkenntnis. Dem Menschlichen an sich. Die Frische seiner Jugend erhebt mich aus meiner Kraftlosigkeit, die mir schon so lange anzudauern scheint. Sie erhebt mich aus dem faden Grau, das mich umgibt und in mich eingeflossen ist. Die Frische erinnert mich an das Leben in mir, an den Moment, an dem ich vor dem Aufbruch stand. Sie erinnert mich daran, in der Reise zu stehen, mittendrin. Meine Augen waren bis eben nicht offen dafür und ich sah nur das Grau, ohne zu verstehen. Ohne den großen Zusammenhang auch nur zu erahnen. In dem Blick seiner Augen erkenne ich nun wieder, was mich losziehen lies. Ich erkenne zudem, wie weit ich schon gelaufen bin. Seine Kraft zu sehen, erinnert mich an meine Kraft.

Und darum laufe!

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Die Ahnen

So wie ich nun blicke auf die fahle Spiegelung der Bäume in der Oberfläche der Pfützen auf meinem Weg, so wie die Wassertropfen des Regens im frühen Jahr darin ihre Kreise ziehen und wieder vergehen, so wie der Regen Stille, Zeit und Ruhe in meine Seele gießt, genauso meine Ahnen blickten, hinabgewandt, durchnässt und regungslos dabei.

Und darum laufe!