Archiv des Autors: weisser.raum
Geschützt: Unauffindbar
Geschützt: Zu Lehren
Ohne Urteil
Auf dem Weg zu dem Ort, an dem ich ohne Urteil bin – Das ist das Laufen in dem Wald. Hierbei ist es ganz gleich, ob das Urteil verschwiegen oder hinausgetragen ist, ob es in seinem Wesen sanft, bestärkend oder vernichtend, entwertend und ob es gerecht oder ungerecht gesprochen ist. Ich bemerke, fortwährend zu urteilen, so oder so. Das Denken manifestiert, das sprechen danach ist lediglich seine Ausformung.
Und so denke ich von einem Baum, er wäre schön. Ich denke von einer Fichtenschonung, sie wäre häßlich, von dem Weg, er wäre beschwerlich und von mir selbst, ich würde nicht die Schönheit verkörpern. (Dies ist des Urteils Wesenskern) Das alles lass sein! Es braucht manchmal eine Stunde des Laufens, um dorthin zu gelangen, an den Ort ohne Urteil. Dann, nach einer weiteren Stunde sind die Urteile wieder da. Doch immerhin, einen Moment lang war ich ohne Urteil. Wem solch ein Moment gelingt, dem kann auch ein Weiterer gelingen. Vorstellbar ist auch, daß ein Mensch von nun an, für alle Zeit völlig frei ist in seinem Denken von jeglichem Urteil. Das ist vorstellbar. Und ich denke es jetzt und mein Denken erhebt mich, ja es ist meine freie Wahl, genau das zu denken: Vollkommen ohne Urteil zu sein, zu existieren, für alle Zeit, ist mir möglich.
Und darum laufe!
Geschützt: Angst vor der Fülle
Geschützt: Von dem Schrei
Geschützt: Das Gesetz der Fülle
Geschützt: Gedanken manifestieren
Der erste Atemzug
Der Rat meines Vaters: Atme durch die Nase. Im Winter, wenn es kalt ist, wird die Luft erwärmt, bevor sie in die Lunge gelangt. Das ist ein Schutz. Im Sommer wird sie befeuchtet und gefiltert von den Nasenhaaren. Atme ein durch die Nase und atme aus durch den Mund.
Ich sage: Irgendwann ist es notwendig, dorthin zu laufen, wo es Dir unmöglich ist, darüber nachzudenken, wie Du die Luft in Deine Lunge bekommst. In der Steigung reißt Du Deinen Hals auf, so weit es geht, um die Luft hineinzubekommen. Blicke nur auf den Boden mit dem weit geöffneten Rachen. Achte auch in der Sauerstoffschuld noch daran, einen Rhythmus zu wahren. Bleib nicht stehen, nimm die Steigung im Lauf. Wenn Du dann auf dem Plateau Deinen Puls wieder hinabatmest, dann koste den ersten Atemzug, der Dir wieder durch die Nase gelingen mag. Er schmeckt süß und gehaltvoll, wie etwas, von dem Du zuvor noch nicht gekostet hast.
Und darum laufe!