Zu Lauschen

Zu Lauschen – eine Stunde an dem rauschenden Wasser des Baches, an der Kaskade, es mich wandelt, meinen Atem, die Körpertemperatur, den Klang in meinem Ohr, wie abgestreift. Wie ein Gewand, welches hinabsinkt, um im Wasser sich aufzulösen. Zu Lauschen – eine weitere Stunde an dem rauschenden Wasser, der Kaskade, es mich wandelt, mein Selbst bewegt, es flüssig und weich werden lässt, darin stark und strömend um jedes Hindernis herum, unfassbar und rein. Zu Lauschen – eine dritte Stunde an dem rauschenden Wasser des Baches, an der Kaskade, es mich wandelt, so wie jede Beziehung, zu einem anderen Menschen sich nun wandelt, als würde der Bach auf diesen Menschen zuströmen, von hieraus. Zu Lauschen – eine vierte Stunde an dem rauschenden Wasser des Baches, an der Kaskade, es den Bach selbst nun wandelt, der Bach von hieran ein völlig anderer ist, beseelt von mir mit Worten, Bitten und Gefühl. Zu lauschen – eine fünfte Stunde an dem rauschenden Wasser des Baches, an der Kaskade, es mich vereint mit dem Bach und keine Sicht mehr auf die Sache es geben kann, weil die Sache es ist, weil ich es bin.

Und darum laufe!