Ein Raum

Tau, sich paarende Libellen, kühle Luft vor der aufziehenden Sonne des Morgens. Und nun die Definition dieses Raumes: Wie lautet sie? Was ist er wirklich? In dir er ist, in dem anderen nur, denn ein Mensch ohne den anderen nicht ist, denn ein Mensch ohne den Anderen nicht wäre. Ein Mensch nicht aus sich selbst heraus geboren ist. Der Raum, er ist in unseren Herzen. Von uns, für uns und füreinander. Er ist eröffnet für den sich in ihm vollziehenden Wandel. Der Wandel, der nun kommen mag. Ihn zu ermöglichen, ich diesen Schatz heimtrage.

Und darum laufe!

Der Raum

Ein Raum, in dem ich mich bewege, den ich ausmesse mit meinen Schritten. Der wie ein Energiefeld mich umgibt. Ein Raum, der für die Spanne an Zeit, in der ich um ihn weiß, existiert. Der Raum mich fragt: Wie bin ich beschaffen? Was macht mich aus? Was ist mein Wesen? ich ihm nun sage: Du bist völlig immateriell. Das Wesentliche an Dir ist die Veränderung, der Wandel, der sich in mir vollzieht, in dieser Spanne an Zeit, in der ich mich in Dir bewege. Ich wandele mich mit diesem Lauf, finde zurück in alte Kraft oder empfinde Stärkung durch die reine Bewegung meines Körpers. Die Veränderung auf geistiger Ebene tritt hier noch dazu. In meinen feinen Körpern setzt ebenso Veränderung ein: Sie ist bewirkt durch ein Durchdenken, ein Durchempfinden. Das Loslassen und Wiedererrichten einer inneren Harmonie, ist das sich wiederholende Muster, dem ich folge. Atemzug um Atemzug. Der Mut loszulaufen, in dem Wissen um die Veränderung, um den Wandel, ist heroisch. Ich bin nicht etwa gedrängt oder getrieben. Der Mut speist sich aus dem Vertrauen in den Wandel, der sich in mir vollziehen wird. Aus dem Vertrauen darin, dass der Wandel das Wesentliche ist am Sein. Der Wandel ist die Sache-an-sich. Der Wandel betrifft mich. Ich werde durch den Wandel hindurchgehen. Das, was ich als Ich bezeichne, mag sich in dem Wandel auflösen, um zu etwas Anderem zu werden. Das, was ich als Ich bezeichne mag sich in dem Wandel auflösen, um zum Nicht-Ich zu werden. Das ist das Nichts, ganz still und strahlend, warm und weich. Ein Tropfen einer Essenz, auf dem Weg in den Ozean, der reine Essenz ist. Auf die spiegelglatte Oberfläche des Ozeans wird der Tropfen prallen. Er wird hinauf geschleudert werden von der Oberflächenspannung und einen Trampolinsprung vollziehen. Schockwellen in die Unendlichkeit hin wird dieser Aufprall aussenden. Von dem Ozean angezogen, wird dieser Tropfen endlich in ihm aufgehen. Die aus der Unendlichkeit, unendlich fein gemilderten Wellen des Aufpralls kehren zurück und bilden, aus allen Richtungen kommend, Strukturen und Muster einer vollendeten Harmonie. Das ist, was bleibt und zugleich schon nicht mehr ist.

Und darum laufe!