Und mit einem Male wird mir etwas deutlich. Es trifft mich wie ein Schlag auf dem vertrauten, halb beschatteten Weg. Und ich verstehe vollkommen, tief und innig: Es erschöpft sich nie! Es wird sich nicht erschöpfen, zu keiner Zeit, in keinem Moment. Das Begegnen, das Bedenken, das Bemerken, von dem in diesem Moment Besonderen, das Empfangen – Es erschöpft sich nie! In dieser Erkenntnis zu stehen, berauscht und ängstigt mich zugleich. Erscheinungen, Gedanken, Botschaften. So, wie ich einem Menschen begegne und hier ein kurzes vertrautes Gespräch beginne, mich fangen lasse von des Menschen Offenheit, mich fangen lasse von dem wohligen Gefühl der Übereinstimmung, der Harmonie, so verstehe ich, die Variationen, in denen sich diese Zufallsbegegnung vollziehen könnte, sie sind unendlich! Tatsächlich unendlich! Die Variationen dessen, was sich hier vor mir zeigt, in Weg, Wald und Wasser, sie sind unendlich. Und die Unendlichkeit, sie ist dabei ganz innerlich. Der Raum der Möglichkeiten ist so weit, kein Horizont ist auch nur zu erahnen. Und so verstehe ich: Das Unerschöpfliche, es ist im Hier, im Jetzt, im Kerne dieses Moments, in diesem einen Samenkorn. Und je tiefer ich mich in dieses eine Samenkorn hineindenke, umso größer und weiter wird der Raum und der Blick auf das Universum legt sich frei. In diesem Samenkorn wird die Einheitserfahrung zur Grenzerfahrung und so, wie ich Alles bin, so bin ich verunsichert, meines Namens nicht einmal mehr gewiss oder bewusst. Und ich verstehe, in dieses Samenkorn zu dringen, es erinnert an den Weg, den ich täglich suche, es erinnert an den Weg, der an die Grenze meines Seins führt. An das Heraustreten, an das Fortlaufen, an das sich-Erschöpfen in dem Durchmessen des Raumes. Ich gelange an genau diesen einen Punkt, in dem die Grenzerfahrung in die Einheitserfahrung mündet. Hier wird die Einheitserfahrung zu einer Wirklichkeit, über die Annäherung an eine Grenze, die ich laufend, Schritt um Schritt vollziehe. Dem gegenüber steht die Erforschung der Einheitserfahrung, in der die Betrachtung dieses Samenkorns, mir zu einer Grenzerfahrung wird. eine Grenzerfahrung, in der alles, ich schließlich mich selbst, in Frage stelle. Ich erfahre dieses sich-in-Frage-Stellen körperlich und seelisch. Und so sind dort zwei Pole, das Samenkorn und die Weite und sie sind in ihrem Wesen Eines. Sie sind in völliger Übereinstimmung, deckungsgleich. Doch es gibt noch ein Drittes, ebenfalls in völliger Übereinstimmung, deckungsgleich. Es ist das Mittelmaß meines Seins. Mein Tägliches, mein Gewöhnliches, mein täglich Verharrendes. Es ist das Gemäßigte, aus dem ich mal hierhin mal dorthin heraus flüchte in die Versenkung und die Bewegung. Ich flüchte in die Versenkung durch die Bewegung und in die Bewegung durch die Versenkung. In beidem mich völlig verausgabend, wie besinnungslos und irr. Und so ist dort ein Schwingendes, ein hin und her, ein Oszillieren. Es ist ein Sein, welches meinen Namen trägt, welches durch mich bezeichnet ist. Die Grenzerfahrung, die in Deckung mit der Einheitserfahrung steht, sowie die Mittelmäßigkeit von der in beide Richtung dies alles ausgeht und die in Harmonie alle Extreme zugleich vereint, zugleich alle Extreme ist.
Und darum laufe!