So wie es will

Ein Sturm zieht auf, Bäume brechen. Das ist ein Naturgesetz. Ich frage mich: Warum ist genau dieser Baum gestürzt? In welche Richtung weist sein Sturz? Was von ihm ist abgebrochen? Ich bin beeindruckt von den Kräften, dem geborstenen Holz, den abgeworfenen Ästen. Ich idealisiere. Ich idealisiere an der Verwüstung, an dem Bild, das sich hier bietet: Es sollen große Bäume, harmonisch platziert, umgeben von kleineren, heranwachsenden sein. Wohlgemischt, sich selbst überlassen, dem eigenen Willen folgend. Unangetastet soll er sein, der Wald, unbewurtschaftet, ohne Geraden und Wege, die nicht von Tieren gezogen, von Menschen dann befolgt und angenommen wären. Ich trage den Idealismus in den Wald hinein. Der Idealismus ist von sich aus im Wald nicht zu finden. So sehr ich auch suchen mag. Im Wald ist alles, wie es ist: gegenwärtig, anwesend, reines Sein, widersprüchlich. Existenz ohne Wert oder Unwert. Würdig, gleichgültig und -geltend. Aufstrebendes und absterbendes Leben, gestautes Wasser, gelegte Bäume quer durch den Bach. Gerade so wie es will. Ein Sturm zieht auf, Bäume brechen.

Und darum laufe!