Ein Volkslauf

Ich laufe auf dieser Strecke nun fast seit 20 Jahren und das vielleicht zwei Mal pro Woche. Wenn ich ein wenig rechne, so gelange ich auf eine Anzahl von vielleicht 2000 Läufen. Es ist wahrscheinlich ein wenig zu hoch gerechnet, aber die Zahl ist schön und mag meiner Vorstellung dienen. Ich ziehe also die Zeit zusammen in diesen Moment und bevölkere meinen Wald mit 2000 Entitäten meiner Selbst, die hier in 2000 Lebens-, Bewusstseins-, Gedanken- und Vertrauenszuständen einmal hier liefen und nun hier sind. Sie sind wirklich da, anwesend, wie Überblendungen von 2000 Filmaufnahmen in einen einzigen Film hinein. Und so gibt es einen Start mit dichtem Gedränge, welches sich im weiteren Verlauf ein wenig auflockert. Ein dichtes Treiben zu allen Jahreszeiten, die Strecke entlang zu Rast- und Umkehrpunkten. Der ein oder andere entgegenkommende Läufer ist in sich versunken, das Feld ist langgezogen. Alle sind ganz ähnlich gekleidet. Manch ein Kleidungsstück ist in allen Jahrgängen vertreten. Für alle ist Platz in diesem Wald und für noch viele, viele mehr. Mir scheint, als hätte ich mit dieser Sache gerade erst angefangen. Anfängergeist auf diesem Weg, überall. Kein Meister, weit und breit.

Und darum laufe!