Das Aufbegehrende

Immer dann, wenn ich aus der Sache-an-sich etwas allgemeines machen will, wenn ich verallgemeinere, um etwas zu behaupten, um zu beanspruchen, etwas sei richtig, wahr oder wertvoll, wertvoller, als etwas anderes, immer dann beschenkt mich das Sein mit einem Schlag und dem, was wir genau oder übertragen einen Unfall nennen. Das Sein ist viel eigenwilliger, als ich dachte und wohl immer noch, trotz Schlag und Unfall, denke und denken werde. Es ist, das Sein, also es scheint nicht nur so, vollkommen informiert über Motivation, Urgrund und den Absichten, die in eine Selbsterhöhung münden sollen, wie auch immer verschleiert. Das gefällt dem Sein überhaupt nicht. So sanft es auch zuweilen sein kann, so unerbittlich und hart ist der Schlag, der mich trifft, mich immer dann treffen wird, wenn ich wieder vergesse und mich selbst blende. Eine Lehre daraus, aus Irgendetwas, machen zu wollen, das gefällt dem Sein überhaupt nicht. Das Laufen zu mehr werden zu lassen, als der Sache-an-sich, das ist der Moment der Verirrung bereits. Das alles also, was von dem Ausspielen des Raumes gegen die Zeit spricht, von Techniken der Atmung, der Belastung von Teilen meiner Füße, von dem Blick auf die Füße oder in die Ferne beim Laufen, das alles ist ein riesengroßer Irrtum an sich, der sich einer riesengroßen Reaktion des Seins entgegenneigt. Doch es gibt etwas, welches das Sein besänftigt. Das Eine ist, kindlich, geradezu naiv zu denken. Mich an dem Denken zu erfreuen. Es ist die reine Freude an der Erkenntnis, die deshalb nicht verschwiegen sein muß, also mitgeteilt werden darf. Hier sagt das Sein: Na gut, lass ihn gewähren, mal sehen wie lang er dieses Spiel noch treiben mag, ob die Freude gewahrt ist, ob das Spiel auf die Spitze getrieben wird, ohne die Reinheit des Kindes aufzugeben. Die Zeit sei ihm geschenkt, wenn es das ist, worin er glaubt sich zu verwirklichen. Und wenn er zugleich glaubt, sich aufzulösen in etwas Darüberliegendes, welches ihm nicht vorzuwerfen ist. Das kindlich reine also. Das Andere, welches behütet, es ist, ohne Zorn zu sein, auch in der Zukunft. Sich also über Mißerfolg, Unfall oder Niederlage nicht zu erregen. Alles zu nehmen als einen Hinweis, als Herausforderung an die Weichheit, an die Fähigkeit sich zu wandeln. Einverleibend zu sein in einem warmen Sinne, annehmend zu sein. Das gefällt dem Sein und mir wird alles zu Erfahrung, Geschenk und Gewinn. Nichts ist selbstverständlich und im Grunde ist alles gleich. Dass ich aufbegehre, es ist wohl so. Vielleicht ist es urmenschlich. Von dem Aufbegehren zu lassen, es würde ein Besänftigendes erübrigen.

Und darum laufe!