Ich höre die Erzählung von Anfang und Ende. Ich höre von einem Ursprung und einem Verlöschen, einem Ende. Der Ursprung, gedacht wie eine Explosion, so weit entfernt, dass ich keine Vorstellung habe von der bis hierher verstrichenen Zeit. Sie übersteigt meine Vorstellungskraft. Das Ende, gedacht wie eine Implosion, als würde sich alles in sich zurückziehen, in so weiter Ferne, dass ich keine Vorstellung habe von der Zeit, die noch verstreichen soll. Und andere Konzepte des Verlöschens dazu. Und jetzt stelle ich mir vor, alles wäre schon immer da gewesen. In Veränderung, in Bewegung, ganz sicher, doch schon immer da. Eine Schöpfungsgeschichte würde es überhaupt nicht geben. Nicht einmal die Vorstellung von einer Geschichte, deren Inhalt das Enstehen und das Vergehen wäre. Und jetzt stelle ich mir zudem noch vor, alles wird immer sein, für alle Zeit. Ein Ende würde es überhaupt nicht geben, nicht geben können. Was macht dieser Gedanke mit mir und meiner Angst? Wonach richte ich mich aus, auf einem meiner Läufe? Was bedeutet es für mich, wenn ich es wirklich glaube, dass es keinen Anfang gibt und kein Ende? Was bedeutet es, in einer solchen Welt zu leben? Was will ich bewirken in einer erschaffenen und vergehenden Welt und was will ich bewirken in einer schon immer da gewesenen und bestehenden Welt? Vielleicht bin ich frei, etwas zu erfahren. Das Wirken von Kräften an mir. Die Beständigkeit führt mich in die Freiheit, mich dem Leben, dem Lebendigen zuzuwenden. Nichts ist zu errichten, um im Anblick seiner Vernichtung zu erschauern. Das Sein ist die dem mich Umgebenden entsprechende Form. Das Sein zu einer Kunst werden zu lassen. Es steht mir frei.
Und darum laufe!