Feuchtigkeit

Fünfundzwanzig Grad, vielleicht auch mehr. Ich bin zu weit gelaufen. Ich bin durstig. Salzkristalle auf meinen Lippen und Schweiß auf meiner Stirn. Aus dem trockenen, warmen Hochwald gelange ich hinab in das Tal des Baches. Ich tauche in die kühle, feuchte Luft ein. Nah dem Bach atme ich die Kühle und trinke ihre Feuchtigkeit, um meinen Durst zu stillen. Das Wasser der Luft lasse ich in mich eindringen. Mit jedem Atemzug durch die Nase, sammele ich die Feuchtigkeit in meinem geschlossenen Mund. Wassertropfen perlen an den Innenseiten meiner Wangen hinab. Ein stetes perlen und rieseln, ein Strom, der wie ein Nieselregen mich durchflutet. Ich trinke und stille meinen Durst. Das, so denke ich, müsste doch auch dort oben in dem Hochwald möglich sein.

Und darum laufe!