Dem sich erkennenden Wesen, seiner Selbst bewusst und darin verwirklicht, ist die größte Angst, nicht mehr zu sein. Zumal eben erst das Sein erkannt und darin errungen ist. Das Nicht Sein also – der Tod ist es nicht, verachtet ebenso wie das Sterben, die letzten zum Tode führenden Züge des Atems auch über Jahre hinweg. Das Nicht Sein, es ist das, was eintreten mag, wenn der Raum geöffnet ist, indem ein Mensch von dem eben errungenen Sein ablässt. Es loslässt, sich loslässt, um sich zu erhöhen in dem Aufgehen im Unbekannten. Viele Formen sind möglich, hohe und niedere. Zu Bewundernde ebenso, wie Verabscheuungswürdige. Und auch der Wunsch sich zu erniedrigen mag ausgekostet sein, wenn ein Mensch dies erfahren möchte. Die größte Angst und zugleich der größte Ruf, denn die Erweiterung des Seins ist nur dort möglich, wo das Sein glaubt an seine Grenze gelangt zu sein. Bin das Ich? Das bin ich! Jenseits davon, etwas anderes. Zieht es mich an? Ruft es mich? Ja, ganz offensichtlich. Warum also nicht? Wäre dort nicht die Angst …
Und darum laufe!