Ohne Rat

Spuren im Schnee, grobstollige Reifen, Vorder- und Hinterrad. Das Schlängeln und Schlingern, der tiefe Kontrast, das in den Schnee gedrückte beschattete Profil. Begleitende Fußspuren drumherum und ich folge den Spuren. Die Fußspuren werden an Anzahl weniger, der Weg führt in die Tiefe des Waldes und zugleich hinauf in die Höhe. Das Verschwinden der Fußspuren neben den Radspuren verdeutlicht den Moment des Sich-Einschreibens in die unberührte weiße Schneedecke in einer unausgesetzten Linie. Das Rad wurde nirgends getragen. Pulveriger und tiefer der Schnee, kälter die Luft, ein weites Feld liegt vor mir. Ich folge hinaus auf das Feld. Der Rabe krächzt, schwarz wie ich hier oben. Das Feld gesäumt von einer Vielzahl an Bäumen, Weite, in des Feldes Mitte ich stehe. Und die Spur endet! Die Spur führt hierher und nicht weiter. Ein Ende in dem weißen Feld, wie ein Rätsel, wie eine Zurückgeworfenheit. Ich auf mich selbst, in mich hinein zurückgeworfen. Wie schön und schrecklich zugleich! Ich kann es weitertreiben und hinausschreiten in diese Kultur der ersten Berührung und zugleich hinausschreiten aus der Kultur der Folgsamkeit. Oder aber es vermeiden. Und verloren bin ich in diesem hauchdünnen Moment zwischen dem Einen, welches Voranweist und dem Anderen welches verharrt. Gelähmt und ohne Rat.

Und darum laufe!

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