Denken

Ich denke. Und ich bin mir dessen in diesem Moment ganz bewusst. Und nun erhebt sich ein Bild. Ich sehe mich, wie ich an dem Bach in dem Wald sitze und auf das vorbeiströmende Wasser schaue. Der Bach ist angeschwollen. Es hat viel geregnet in den letzten Wochen und das Wasser eilt an mir vorbei. Unablässig strömt es in eine Richtung. Ein kleiner Wasserfall und hier ein Felsbrocken auf den das Wasser stürzt. Ich beobachte einen Wassertropfen, wie er sich energiegeladen in die Luft erhebt, eine Laufbahn beschreibt, um dann an anderer Stelle wieder in den Strom des Wassers einzutauchen. Dieser eine, dann ein Anderer und ein Weiterer. Immer wieder werden an dieser Stelle Wassertropfen herausgeschleudert, um zu fliegen und dann wieder einzutauchen, wieder zu verschwinden. Der Tropfen, er mag ein Gedanke sein, herausgeschleudert, herausgehoben, von großer Klarheit und Kühle. Seine Form ist ganz ebenmäßig. Und noch während er fliegt, bewegt sich unter ihm der Strom des, ihn ehemals bergenden, Denkens. Um den Tropfen herum, um den Gedanken, das tosende Rauschen des Wasserfalles. Das Rauschen, so laut, dass der Klang des wieder Eintretens dieses einen Tropfens in den großen Strom nicht zu hören ist. Die Frage bleibt offen, wie noch das Denken zu beschreiben ist. Doch das Bild der Gleichzeitigkeit empfinde ich als treffend. Das Bild der Herausgelöstheit dieses einen Gedankens empfinde ich als ebenso treffend. Der Strom und der aus dem Strom herausgeschleuderte Wassertropfen. Geborgen in dem tosenden Rauschen. Und dann der betrachtende Mensch. Und die rahmende Vorstellung von all dem.

Und darum laufe!