Eine schmale Holzbrücke, zwei Stämme über den Bach, auf ihnen Äste, genagelt. Und nun ist sie verwittert und endlich gebrochen und in den Bach gestürzt. Ein Teil von ihr endet im strömenden Wasser. Das zweite Stück, der Auflieger des jenseitigen Ufers ist fortgespült. Von einem Hochwasser oder in Einzelteilen über die Zeit und die Kraft des Wassers gemächlich abgetragen. Und nun der Brückenrest zu mir spricht: Wärest Du eingebrochen mit mir, auf halber Strecke, so würdest Du nun schwimmen im Wasser, an keinem der Ufer angekommen oder geborgen. Du würdest Dich über Wasser halten, mit der Strömung hinabtreiben, dich fortbewegen. Du würdest etwas über das Schwimmen lernen im Strom, mehr als über die Vorstellung ein sinkender Stein zu sein. Vielleicht würdest du erfahren, darin ausdauernd zu sein, in dem Strom des Lebens auszuharren, bewegt in neue Dimensionen aufzubrechen. An keinem Ufer anhaftend, an keiner Vorstellung von einem rettenden Ufer klebend, einfach weiter strömen, lebendig.
Und darum laufe!