Windsbraut

Das Risiko zu vermeiden, eine Gefahr zu vermeiden, ihr aus dem Weg zu gehen, alles so einzurichten, dass genau dieses nicht eintritt – es führt herbei. Die Verneinung beschäftigt sich mit dem, was die große Furcht ist und immer ist sie ein tiefes, innerliches Fest der Verbindung mit dem Alptraum, mit dem, was zu vermeiden ist. Die Verbindung – sie führt herbei. Einem Anderen zu folgen, der neben und dann leicht vor mir läuft, seinen Weg zu nehmen, es ist mir in dem Urwald als unerfahrenem Menschen notwendig, um zu überleben, und doch – es führt herbei. Das Reich der Tiefe lässt sich nicht durch Befolgung, durch Gehorsam und Unterordnung besänftigen. Das Reich der Tiefe, es findet seinen Weg zu mir, in mein Herz und es wird sich manifestieren, in genau dem, was ich befürchte. Kein Wunder, denn es kommt von mir. Es sind die von mir in meine Seele projizierten Visionen des Abgrundes. Die Furcht – sie führt herbei! Irgendwann lass ich den, der vor mir läuft davonziehen auf seinem Weg und schlage meinen eigenen ein. Nur dort erfähre ich etwas von mir. Nur dort werde dich meine Angst ansehen, sie besänftigen und auflösen können. Nur dort werden meine Masten brechen und meine tausend Segel zerreißen. Es geht darum mein Segelschiff zu vermählen mit dem Wind, es zu einer Braut des Windes werden zu lassen.

Und darüm laufe!