Die Ahnung

Auch wenn der Wunsch ihn zu verlassen wie ein feiner Ton immer mitschwingt, auf ihm sind vielleicht Erfolge errungen, Erkenntnisse gewonnen und die Gesundheit war wiedererlangt. Der vertraute Weg trägt ein Leben, drückt es aus, ist dieses Lebens Entsprechung. Der Weg, er ist im Tanze vermählt mit der Seele des Laufenden. So sehr Eins, und doch dieser Ton. Und nun also die Entscheidung, den Weg zu verlassen. Das Neue ruft. Der Ton war aus dem Geahnten, dem Unbewussten herausgetreten und zu dem Unüberhörbaren geworden. Und der erste Schritt auf dem neuen Weg ist getan. Tränenreich, voller Schmerzen. Dornig und auch Nesseln brennen an den Beinen. Und aus dem neuen, vielleicht steinigeren Weg, aus dem Pfad wird nun über die Gewöhnung ein neuer Weg. Was an Gefühlen gelingt mir hier auszudrücken? Was an Erkenntnissen ist hier zu gewinnen? Nur wenn ich Zugang erhalte zu dem Unausgedrückten, dem Unerhörten in mir, ist dieser Weg keine Kopie des zuvor beschrittenen. Nur das Neue ist das Neue. Das Neue ist immer auch mit der Mühsal verbunden und darin erkenntnisreich. Doch ein neuer Ton sich ganz fein in mir erhebt. Ist dies eine Kopie? Ist mein Weg der einem ineren Muster folgende? Bin ich wirklich in neue Regionen vorgedrungen? Oder sind dies nur mir selbst auferlegte Mühen, die ich benutze, um vor mir selbst auszuweichen? Um zu vermeiden mich mit mir selbst zu konfrontieren? Und Ich sehe dort ein Selbst vor mir. Eine Scheme auf dem Weg, auf die ich zulaufe, Schattenhaft und Licht zugleich. Durch diese Scheme hindurchzutreten, ich gekommen bin. Auf welchem Weg sie vor mir liegt – nur ich kann es wissen, doch niemals bevor ich einen Weg beschritten habe. Doch ich habe eine Ahnung. Nur ich kann erahnen, welche der Schemen auf welchem Weg vor mir liegt. Und wenn es etwas gäbe, welches falsch zu nennen wäre: Es wäre gegen die eigene Ahnung gegenanzulaufen.

Und darum laufe!