Der Fluß

Der Fluß kennt keine Zeit. Und ich weiß nicht einmal, was genau er ist – ist er das Wasser, welches strömt, bei Tag und in der Nacht? Ist er das Bett aus Schlamm, Geröll und Gestein, welches vom Wasser geformt das Strömen rahmt? Oder ist er das Gefälle des Terrains, welches die Wassermassen in ihrer Kraft bewegt? Dort ist der eine Regentropfen an der Grenze zwischen diesem und einem anderen Flußsystem. Und dort ist dieser Moment, in dem eine Entscheidung ihn diesem oder dem anderen Flußsystem zuführt. Eine unfassbar große Anzahl an Entscheidungen, die diesen Fluß ausmachen. Und da ist der Bach, der in den Fluß mündet. Der Bach, der ausgetrocknet noch von den Mengen an Wasser kündet, die er einmal führen wird. Auch der Bach kennt keine Zeit, doch in allem wirkt das große Gesetz. Und das Gesetz ist ohne Zeit. Es wirkt, auch wenn kein Mensch mehr kommt, den Fluß zu betrachten, den Bach zu verstehen. Es wirkt auch noch, wenn kein Mensch mehr kommt , von dem Gesetz zu ahnen.

Und darum laufe!

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