Gläsern

Zu Laufen, es ist, sich der Realität des Raumes auszusetzen und aufzutauchen aus dem Meer an Vorstellungen, dem Ozean an Ideen und Bildern. Ein Ozean aus zu Bildern geronnenen Sehnsüchten. Und jetzt die Realität des Raumes. Und der Begriff Realität erfasst das Phänomen ebensowenig, wie der Begriff Ozean die Menge an Bildern fasst. Und jetzt die Realität des Raumes. Die Realität als ein Bild, welches körperlich konstruiert ist. Es besänftigt. Ich nenne es nur deshalb Realität, weil es mir an einem besseren Begriff mangelt. Die Mißverständlichkeit des Begriffes sei umrundet. Eingekreist von meinen Schritten. Befeuchtet von meinem Schweiß. Und aus dieser Mißverständlichkeit heraus betrachte ich die Kondesfahne meines Atems, an dem feuchtkalten Morgen, in diesem Teil des Planeten, zu dieser Zeit des Jahres. Dieses Bild des sich zeigenden Atems, der erwärmten Luft, die ich ausstoße im Rhytmus meines Laufes, nenne ich Realität. Wie flüchtig sie ist. Und wie kindlich meine Freude, diese weiße Fahne zu beobachten. Ich spiele mit ihr ein wenig. Wie ein Kind, dass sich an seiner Wirksamkeit erfreut. Ich atme aus, wieder und wieder. Wie oft schon habe ich andere hingewiesen: Schau mal mein Atem! Als sei dies ein Beweis, ein Beleg der WIrklichkeit. Eine Bejahung geradezu. Als ginge es darum auf dieser Kindlichkeit zu beharren. Als ginge es darum, sie hinaufzutragen in die gläserne Welt der Erwachsenen.

Und darum laufe!